Unterhaltung vom feinsten!

Der Afrika-Cup 2013 machte seinem Ruf alle Ehre: Traumtore, Patzer und Showeinlagen en masse. Im Flutlicht lässt die schönsten, lustigsten und denkwürdigsten Momente des Turniers Revue passieren.

Der Auftakt des diesjährigen Afrika-Cups ließ nichts Gutes erhoffen, denn am Anfang stand die Null. Gastgeber Südafrika mühte sich zu einem torlosen Unentschieden gegen den Neuling von den Kap Verden und im Spiel zwischen Angola und Marokko fielen auch keine Tore. Gleich zu Beginn des Turniers die volle Dröhnung für all diejenigen, die es kaum mehr erwarten konnten, sich auf Eurosport endlich wieder Leckerbissen wie Burkina Faso gegen Äthiopien in voller Länge reinzuziehen. Auch wenn die ganz großen Schützenfeste im späteren Turnierverlauf ausblieben, so hatte der diesjährige Afrika-Cup dennoch das ein oder andere unvergessliche Schmankerl zu bieten.

Kidiaba-Style

Dieumerci Mbokani erzielte per Elfmeter den Ausgleichstreffer im Spiel zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ghana. So weit, so unspektakulär. Doch einen auf dem Platz freute dieser Treffer ganz besonders: Kongos Torhüter Robert Muteba Kidiaba. Um seiner Freude Ausdruck zu verleihen, packte er einen ganz besonderen Tanz aus, der sicherlich bald die nächste Revolution auf den Tanzflächen hierzulande anzetteln wird. Da kann der Gangnam-Style mal schön einpacken. Ein Schelm, wer denkt, dass Kidiaba sich diesen unvergleichlichen Move nur ausdachte, um auf den Einkaufszettel europäischer Spitzenklubs zu kommen.

Kongo-Keeper Kidiaba Torjubel

 

Mit Äthiopiern ist nicht zu spaßen

Der Titelverteidiger Sambia bekam es in seinem Auftaktspiel mit dem vermeintlich leichten Gegner Äthiopien zu tun. Ein Pflichtsieg für die „Chipolopolo“. Eigentlich. Das Spiel endete 1:1 unentschieden, doch die wahrlich großen Momente dieses Spiels waren nicht die Tore. Im Blickpunkt des Spiels stand der äthiopische Keeper Jemal Tassew, der einen herannahenden Stürmer Sambias außerhalb des Strafraums so heftig niederstreckte, dass er die rote Karte nur noch von der Trage aus in Empfang nehmen konnte. Bruce Lee und Nigel de Jong wären stolz auf ihn gewesen. Außerdem sehenswert: der sambische Gebetskreis vor dem äthiopischen Block nach dem Führungstreffer. Die Anhänger Äthiopiens fanden das allerdings nicht so lustig und setzten die nervtötenden Vuvuzelas als Wurfgeschosse ein, um den Torjubel der Sambier jäh zu unterbrechen.

Zusammenfassung: Sambia-Äthiopien

Torjubel Sambia

 

Die Uhren ticken anders

Ein weiteres Highlight des Turniers war im Spiel Togo gegen Algerien zu bestaunen. Nachdem ein algerischer Stürmer eine Flanke unterlaufen hatte, hoffte er darauf, dass ihn das Tornetz sanft auffangen würde. Doch falsch gedacht. Das Tor brach unter der schweren Last zusammen und konnte erst mit vereinten Kräften wieder aufgestellt werden, was mal eben ganze fünf Minuten dauerte. Warum der Schiedsrichter jedoch geschlagene dreizehn Minuten nachspielen ließ, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.

Togo-Algerien: Tor Adebayor, kaputtes Tor und 13 Minuten Nachspielzeit

Togo-Algerien: Tor bricht zusammen

 

Tunesisches Traumtor

Youssef Msakni war der Spieler des Tages in der Partie zwischen Tunesien und Algerien. Mit einem sehenswerten Fernschuss erzielte er in der Nachspielzeit den Siegtreffer für seine Tunesier. Wohl eines der schönsten Tore der diesjährigen Auflage des Afrika-Cups. Einfach nur genießen!

Traumtor Youssef Msakni

 

Fußballübertragung der Extraklasse

Ein weiteres Spektakel bot das Halbfinale zwischen dem Favoriten Ghana und dem Außenseiter Burkina Faso. Beide Mannschaften boten unter widrigen äußeren Umständen ein recht gutes Spiel. Denn der Rasen war nicht wie anfangs gedacht in schlechtem Zustand, er war in ganz und gar katastrophalem Zustand. Der Kommentator klärte die Zuschauer nämlich wenig später auf, dass der Rasen infolge starker Regenfälle nun von einem Pilz befallen worden sei. Prost, Mahlzeit! Anfangs noch von Hobbymeteorologen in unserem erlesenen Zuschauerkreis als Schnee deklariert, flogen zudem in Scharen mutierte Motten über das Spielfeld, was auch dem aufmerksamen Zuschauer zuhause nicht entging, da sich mehrmals während der Übertragung eines dieser Ungetüme direkt vor der Kamera niederließ.
Außerdem erwähnenswert: der Kommentator dieses Spiels, der sich ein ums andere Mal als Fan der Burkinabe äußerte. Endlich Schluss mit dieser Pseudo-Unparteilichkeit bei Fußballübertragungen. Einfach mal Fan sein, Emotionen zeigen und die Objektivität links liegen lassen. Der Afrika-Cup auf Eurosport macht’s möglich! Spätestens als der Schiedsrichter durch eine skandalöse Fehlentscheidung den Ex-Freiburger Jonathan Pitroipa vom Platz stellte, anstatt Elfmeter für Burkina Faso zu geben, wurde auch dem Letzten vor dem Bildschirm klar, für wen das Herz des Kommentators schlug. Er bezeichnete den Unparteiischen fortan abfällig als „komischen Tunesier“ und wertete dessen Entscheidung in bestem Marcel-Reif-Kommentatorendeutsch als „hanebüchen“.

Last but not least reihte sich Aristide Bancé während des Elfmeterschießens in die Riege der ganz großen Schützen ein. Er machte den Panenka, bzw. seit letztem Sommer würden man auch sagen den Pirlo. Dass jemand wie Aristide Bancé in so einer Situation so etwas macht, verwundert kaum. Wohl ihm, dass er getroffen hat, denn sein Haus würde jetzt sonst wohl nicht mehr stehen.

Zusammenfassung: Burkina Faso-Ghana

Ghana-Keeper feiert seien Parade!

 

Pack den Hammer aus!

Im Viertelfinale erzielte der Nigerianer Emmanuel Emenike, seines Zeichens Stürmer bei Spartak Moskau, einen sehenswerten Freistoßtreffer gegen die Elfenbeinküste um Topstar Didier Drogba. Zugegebenermaßen, ganz unhaltbar war der nicht. Aber für die Ivorer reichte es – mal wieder – nicht für den Titel. Der ganz große Wurf scheint dieser goldenen Generation der Elfenbeinküste wohl verwehrt zu bleiben. Es ist zumindest fraglich, ob Drogba beim Afrika-Cup 2015 in Marokko nochmal mit von der Partie sein wird.

Emenike Freistoßtor

Sunday Mbas Solo zum Siegtor gegen die Elfenbeinküste

 

Sepp Blatter, Mba Traumtor

Im Finale waren die Rollen, ähnlich wie schon im Vorjahr, klar verteilt: Nigeria war ganz klarer Favorit gegen den Außenseiter aus Burkina Faso. Vor Beginn des Spiels erwiesen Sepp Blatter und zahlreiche andere Funktionäre bzw. Verbands- und Staatspräsidenten den Spielern und Trainern die ganz große Ehre und schüttelten jedem, selbst dem Physiotherapeuten auf der Ersatzbank, höchstpersönlich die Hand. Auch so etwas gibt es wohl nur beim Afrika-Cup. Während des Spiels boten beide Mannschaften weitestgehend magere Kost, lediglich Aussetzer der Abwehrreihen sorgten für die eine oder andere Chance. Sunday Mba erzielte das Tor des Tages und bescherte Nigeria zum dritten Mal den Titel beim Afrika-Cup. Die Burkinabe hatten dem nur wenig entgegen zu setzen und somit blieb die Sensation im Gegensatz zum Vorjahr aus. Alles in allem ein Afrika-Cup, der uns nicht enttäuschte und an den sich auch mit Sicherheit noch unsere Kinder erinnern werden.

Zusammenfassung: Nigeria-Burkina Faso

Zusammenfassung Finale Afrika-Cup 2013

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Football for peace?!

Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der letztjährigen Auflage des Afrika-Cups will Mali dieses Jahr ganz hoch hinaus. Das Viertelfinale ist bereits erreicht und nun träumt ein ganzes Land schon vom Erfolg des Geheimfavoriten

„Un peuple, un but, une foi“ (deutsch: „Ein Volk, ein Ziel, ein Glaube“): so lautet der Wahlspruch der westafrikanischen Republik Mali. Davon ist zurzeimali-equipet nicht mehr viel übrig geblieben. Das Land ist seit dem Ausbruch der Unruhen im Norden des Landes gespalten. Anfang letzten Jahres begannen Rebellen der Tuareg von Libyen aus kommend mit der Unterstützung islamistischer Milizen den Norden Malis zu besetzen. Jene islamistischen Kräfte wendeten sich nach erfolgreichen Eroberungen gegen die Tuareg und wollten nun auf eigene Faust ihre Schreckensherrschaft etablieren. Das Land versank nun im völligen Chaos. Die politische Krise im Land spitzte sich so zu, dass die malische Regierung vor kurzem die ehemalige Kolonialmacht Frankreich um militärische Hilfe bat. Inmitten dieser Kriegswirren gibt es jedoch etwas, was die Menschen im Land ihre Sorgen ein wenig vergessen lässt und ihnen Anlass zur Hoffnung gibt: der Traum vom Triumph der Fußball-Nationalmannschaft beim diesjährigen Afrika-Cup in Südafrika.

Geplagtes Land

Für die Menschen in Mali sind die gegenwärtigen Zustände jedoch nichts Neues: immer wieder wurde das Land, das 1960 seine Unabhängigkeit erklärte, in der Vergangenheit von politischen und ökonomischen Krisen heimgesucht. Ab 1968 wurde das westafrikanische Land von Moussa Traoré, der durch einen Militär-Putsch an die Macht gelangt war, regiert. Bereits von 1989 bis 1994 ereignete sich ein Bürgerkrieg im Norden Malis, denn schon damals forderten die Tuareg Autonomie für die Provinz Azawad. Erst 1991 wurde der Alleinherrscher infolge der Märzrevolution gestürzt und fortan kam der Demokratisierungsprozess im Land in Schwung. Der Name des Nationalstadions in der am Niger gelegenen Hauptstadt Bamako erinnert daran. Denn während man sich in Europa bei den Namen der meisten Stadien eher an eine Einkaufsmeile erinnert fühlt, trieft der Name des größten Stadions Malis nur so vor wahrhaftiger Historizität: Stade du 26 mars (deutsch: Stadion des 26. März). An jenem Tag nämlich wurde das Regime Traorés nach tagelangem Generalstreik gestürzt und somit die Gewaltherrschaft beendet.

Die Anfänge des Fußballs

Fußball ist in Mali der Volkssport schlechthin. Die Bevölkemali-spielrung des Landes ist verrückt nach Fußball, überall sieht man Kinder und Jugendliche auf den Straßen spielen. Niemand stört sich daran, wenn der Ball nur aus alten Kleidungsresten zusammen geflickt wurde, Hauptsache der Ball rollt. Anfang des 20. Jahrhunderts importierten die französischen Kolonialherren den Sport nach Westafrika. Der noch heute in der ersten Liga vertretene Verein Jeanne d’Arc du Soudan gründete sich 1938 als erster Fußballklub Malis. Wenig später folgte Foyer du Soudan, der Vorgängerverein des heute erfolgreichsten Klubs des Landes, Djoliba AC. Seit der Unabhängigkeit dominieren bis heute ausschließlich in der Hauptstadt Bamako ansässige Vereine das Geschehen: neben eben besagtem Rekordmeister Djoliba AC waren und sind es vor allem Stade Malien de Bamako und AS Réal Bamako

Titel-Abonnement

Die deutsche Bundesliga rühmt sich gegenwärtig immer wieder ihrer Ausgeglichenheit und Spannung. Man ist froh, keine sogenannten „spanischen Verhältnisse“ zu haben, wo seit Jahren der FC Barcelona und Real Madrid sämtliche Titel unter sich ausmachen. Diese Tatsache ringt malischen Fußballfans jedoch bestenfalls ein müdes Lächeln ab, denn seit der Ligagründung 1966 wurden sämtliche Meisterschaften von einem der drei großen Klubs aus Bamako gewonnen. Derzeit führt – wen wundert’s – Stade Malien die Tabelle ungeschlagen und mit nur einem Unentschieden aus zehn Spielen souverän an. Da wirkt es fast schon etwas seltsam, dass der malische Pokal seit seiner Einführung 1961 bereits sieben Mal von anderen Teams gewonnen wurde. Am erfolgreichsten ist dabei Cercle Olympique, die schon dreimal triumphierten und – wie könnte es anders sein – natürlich aus der Hauptstadt Bamako kommen. In der letzten Saison gab es sogar ein weiteres Novum, das Pokalfinale fand nämlich zum ersten Mal in der Geschichte ohne Beteiligung eines der drei großen Vereine, ja sogar ohne Team aus Bamako, statt. Die erste Liga, genannt Première Division, ist erst seit 2004 professionell und wurde zur letzten Saison von vierzehn auf sechzehn Teams aufgestockt. Elf der aktuellen Erstligisten sind in Bamako beheimatet und in der Liga tummeln sich fast ausschließlich einheimische Spieler. Die wichtigsten Spiele des Landes sind die Derbys zwischen den drei Schwergewichten aus der Hauptstadt, wobei das ewige Duell zwischen Djoliba AC und Stade Malien die Zuschauer am meisten elektrisiert. Beide Teams trafen in dieser Saison im Rahmen des CAF Confederation Cup, dem afrikanischen Pendant zur Europa League, erstmals auf internationaler Bühne aufeinander.

Auf und abmali-fans

Für den Spitznamen der Nationalelf zeichnet sich der deutsche Weltenbummler Karl-Heinz Weigang verantwortlich: er ließ während seiner Amtszeit in Mali Trainingsanzüge mit einem Raubvogel auf dem Rücken anfertigen und fortan wurden seine Spieler von den Journalisten nur noch „Les Aigles du Mali“ (deutsch: Die Adler aus Mali) genannt. Die Geschichte der malischen Fußball-Nationalmannschaft ist geprägt von wenigen Höhe- und vielen Tiefpunkten. Bis zum Jahre 1972 befand sich die Auswahl des Landes im Aufschwung, der im 2. Platz beim Afrika-Cup in Kamerun im selben Jahr gipfelte. Die Mannschaft um den Nationalhelden Salif Keita, der 1970 als erster Malier Afrikas Fußballer des Jahres wurde und in Frankreich für AS Saint-Etienne und Olympique Marseille auflief, musste sich erst im Finale dem Team aus der Republik Kongo geschlagen geben. Einzig der Rekordtorschütze des Landes, Frederic Kanouté, der vor allem aus seiner Zeit beim FC Sevilla bekannt ist, konnte später noch einmal den Titel des afrikanischen Fußballer des Jahres nach Mali holen. Die Nationalmannschaft, die sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, verpasste in der Folge auch sämtliche Afrikameisterschaften bis zum Jahre 1994, wo man dann überraschenderweise bis ins Halbfinale vorstieß. Es folgte wieder ein Loch und erst 2002 nahm die malische Auswahl wieder am Afrika-Cup teil, was allerdings daran lag, das das Land Gastgeber des Turniers war. Getragen von der Euphorie drang die Mannschaft von Henryk Kasperczak bis ins Halbfinale vor und unterlag dann dem späteren Turniersieger Kamerun. Am Ende stand der vierte Platz zu Buche und die malische Bevölkerung war vom Fußballfieber infiziert. Es war ein Erfolg, der zwei Jahre später wiederholt werden konnte. Die einzigen internationalen Titel, die Mali vorzuweisen hat, sind drei Turniersiege beim Amilcar Cabral Cup, einem regionalen Turnier in Westafrika, das zuletzt 2007 gewonnen wurde.

Hoffnungsträger

Durch den erneuten Halbfinaleinzug im letzten Jahr, die Adler konnten in der Folge sogar noch das Spiel um Platz drei gegen Ghana für sich entscheiden, sind die Ansprüche in Mali weiter gewachsen. Infolge der beginnenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Norden hat der Vater des Erfolges, der ehemalige Europameister Alain Giresse, jedoch das Handtuch geworfen und das Land verlassen. Dennoch erwarten die Bevölkerung und der Staatspräsident nun nicht weniger als den Titel. Der neue Trainer Patrice Carteron nimmt die Herausforderung an und will nun mit seiner Mannschaft so weit wie möglich kommen, um der Bevölkerung Malis etwas Freude zu schenken und für etwas Ablenkung vom traurigen und brutalen Alltag zu sorgen. Er glaubt jedoch nicht, dass der sportliche Erfolg den Menschen den Frieden bringen könne. In seinem Aufgebot befinden sich nur drei Spieler aus der einheimischen Liga, die meisten verdienen ihr Geld in Europa, vor allem in Frankreich. Die größte Verantwortung bei der diesjährigen Titelmission lastet dabei auf den Schultern des China-Legionärs Seydou Keita, der durch seine erfolgreiche Zeit beim FC Barcelona bekannt ist. Er feierte 1999 den bisher größten Triumph mit der malischen U-20 Nationalmannschaft, als das Team um ihn und den späteren Real-Profi Mahmadou Diarra bei der U-20 Weltmeisterschaft in Nigeria erst im Halbfinale am späteren Sieger Spanien scheiterte und das Turnier auf einem hervorragenden dritten Platz beendete.

Legionäre

Neben den berühmten malischen Legenden wie Salif Keita, Frederic Kanouté, Seydou Keita, Mahmadou Diarra, Mohamed Sissoko und dem in Mali geborenen Jean Tigana, gibt es nur wenige Spieler aus dem westafrikanischen Land, die hierzulande bekannt sind. Einziger aktueller Malier in der Bundesliga ist der beim SC Freiburg aufs Abstellgleis geratene Stürmer Garra Dembélé. Die Breisgauer scheinen jedoch schon immer ein Faible für Spieler aus Mali gehabt zu haben: bestimmt kann sich der ein oder an andere noch an die Zeiten erinnern, als Boubacar Diarra oder Soumaila Coulibaly im Trikot der Freiburger aufliefen. Letzterer spielte später auch noch kurze Zeit für die Gladbacher Borussia.

Am Samstag tritt die Auswahl Malis im Viertelfinale des Afrika-Cups gegen den Gastgeber Südafrika an. Den Menschen in Mali sei es vergönnt, dass sie einen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln und all die schrecklichen Geschehnisse, die sich im Land zurzeit ereignen, zumindest für 90 Minuten vergessen können.

Ode an den Afrika-Cup

Zum Auftakt des Afrika-Cups am heutigen Tage, möge noch einmal eindringlich auf die Folgen des Konsums von Afrika-Cup Spielen hingewiesen werden.

Als Fußballjunkie hat man etanzende spieler 2s nicht leicht. Kaum hat man sich an die wohltuende Dosis an Bundesliga und Champions League gewöhnt, steht alle Jahre wieder die harte Zeit des Entzugs an: die Winterpause. So mancher Süchtige überbrückt heutzutage die winterliche Tristesse mit der Premier League, andere wechseln die Sportart und schauen sich Wintersport an oder lassen sich vom „Dartfieber“ anstecken. Doch in Zeiten, als Winterpausen noch länger dauerten, es noch keine Livestreams gab und höchstens alle zwei Wochen ein FA-Cup Spiel auf DSF lief, da musste man als Fußballjunkie auf andere Methoden zurückgreifen.

Summenformel: ACN

Die wohl wirksamste Ersatzdroge jener Zeiten: die höchst benebelnde Substanz ACN (African Cup of Nations). Denn das afrikanische Pendant zur Europameisterschaft stellt etwas ganz besonderes dar: es ist das Heroin eines jeden Fußballsüchtigen. Wer so weit ist, dass er freiwillig den Afrika-Cup anschaut, der darf sich selbst als Teil der absoluten Fußballjunkie-Elite betrachten. Jeder, der schon jemals den Afrika-Cup auf Eurosport gesehen hat, weiß wovon hier die Rede ist. Doch genau das wird gebraucht, um die Depressionen der Winterpause überstehen zu können. Durch die tägliche Dosis ACN wird man in einen Zustand versetzt, der nicht im Geringsten mit dem Konsum eines Bundesliga- oder Champions League Spiels zu vergleichen ist. Man fühlt sich, als wäre man in einer anderen Welt. Wenn man sich an einem wolkenverhangenen Sonntagnachmittag im Januar Niger – Burkina Faso anschaut, entsteht im Kopf eine innere Leere, wie man sie sonst nicht kennt. Ein richtiger Vollrausch ist ein Dreck dagegen. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Abhängige sich mit einer Überdosis ACN auf dem heimischen Sofa ins Reich der Träume befördern. Sozusagen der goldene Schuss.

Nebenwirkungen

Das Problem an ACN ist, dass es nur alle zwei Jahre für etwa drei Wochen konsumierbar ist. Winterpausen, in denen es kein ACN gibt, stellen für den gemeinen tanzende spielerFußballjunkie den absoluten Horror dar, Cold Turkey gewissermaßen. Ein Glück für alle Süchtigen, dass der Afrika-Cup aufgrund der terminlichen Umstrukturierung dieses Jahr schon wieder ausgetragen wird. Auch wenn dieses Mal der Rückrundenauftakt der Bundesliga mit dem Beginn des Afrika-Cups zusammen fällt, so wird der wahre Junkie keinesfalls auf den Genuss von ACN verzichten. Und mal ganz ehrlich: ob Fortuna Düsseldorf – FC Augsburg oder Angola – Marokko, da gibt es höchstens marginale Unterschiede. Unter dem Einfluss von ACN sieht man die Bundesliga plötzlich mit ganz anderen Augen. Jedem Fußballsüchtigen kann nur geraten werden, sich soviel ACN wie möglich einzuflößen, denn der nächste Afrika-Cup findet erst wieder in zwei Jahren statt. Außerdem ist der Stoff völlig legal und den Dealer des Vertrauens kennt auch jeder.

Wer noch mehr Informationen über den Afrika-Cup haben möchte, dem ist folgende Seite zu empfehlen:
http://www.afrika-cup.de/

„Ich verspreche keine Tore. Ich verspreche nur zu laufen wie ein Schwarzer, um zu leben wie ein Weißer.“
Samuel Eto’o während seiner ersten Pressekonferenz beim FC Barcelona

Wo Träume wahr werden

Im Flutlicht hat sich mit User Lorenz F. über den am kommenden Wochenende beginnenden Afrika Cup unterhalten. Damit geht auch die neue Rubrik „Zweikampf“ an den Start, in der regelmäßig User des Blogs zu verschiedenen Themen zu Wort kommen.

Im Flutlicht: Diesen Samstag ist es endlich wieder so weit. Der Afrika-Cup startet in Südafrika in seine insgesamt 29. Auflage. Welches Erlebnis verbindest du persönlich am meisten mit dem Afrika-Cup?

Lorenz: Ganz klar das Finale zwischen Sambia und der Elfenbeinküste aus dem letzten Jahr. Denn es war schon beeindruckend wie die Außenseiter aus Sambia dagegen hielten und den Sieg davontragen konnten. Ich fand es vor allem stark, mit welcher Distinguiertheit und Coolness die Elfmeterschützen aus Sambia ihre Strafstöße verwandelten. Die Sambier stellten immer den zweiten Schützen, mussten somit immer nachziehen. Trotzdem verdienten sie sich den Titel durch absolute Kunstschüsse, wie den vom 21-jährigen Sinkala von den Green Buffaloes aus der Hauptstadt Lusaka. Außerdem kommt noch diese historische Dimension dazu, dass die Sambier genau dort, in Libreville, ihren ersten Titel feiern konnten, wo sich knapp 19 Jahre zuvor das schlimmste Unglück in der Geschichte des sambischen Fußballs, nämlich das „Gabon Air Disaster“ ereignete. Kurzum, die Jungs haben einfach Geschichte geschrieben.

chris-cup Im Flutlicht: Jetzt mal ganz allgemein gefragt: was fasziniert dich so am Afrika-Cup?

Lorenz: Einer der wichtigsten Punkte hierbei ist für mich, dass sich „No-Name-Talente“ auf internationaler Bühne präsentieren können. Das ist für viele junge Spieler aus Afrika eine nicht zu unterschätzende Chance, sich für die Vereine in Europa empfehlen zu können. Außerdem ist es einfach diese besondere Unbeschwertheit, die dem Turnier innewohnt. Das äußert sich in traumhaft schönen Toren und anmutigen Spielzügen. Allerdings mündet diese Haltung auch oft in Konzentrationsmängel und Undiszipliniertheiten, die die ebenso berüchtigten Torwartfehler und Abwehrpatzer verursachen. Der Afrika-Cup vereint spielerische Klasse und Talent mit haarsträubenden Fehlern und Missgeschicken. Desweiteren fasziniert mich, was auf den Tribünen vor sich geht: einerseits diese unbändige, authentische Fankultur, andererseits die korrupten Machthaber in Fantasieuniformen mit ihren bonierten europäischen Begleitungen auf der VIP-Tribüne. Aber diese extremen Kontraste machen für mich das Turnier und auch den Kontinent Afrika allgemein aus.

Im Flutlicht: Gibt es noch andere Merkmale, die deiner Meinung nach den Afrika Cup so besonders machen?

Lorenz: Fankultur, Wasserschlachten, Spielkultur: all das ist einfach unglaublich authentisch. Beim Afrika-Cup gibt es keine Shakira, die play-back irgendetwas vor sich hin trällert, sondern dort überreicht ein indigener Stamm den Pokal nach dem Finale. Auch sind die Motivationen für die Spieler sehr unterschiedlich: junge afrikanische Talente wollen sich beweisen, während das Turnier für populäre Profis mit Verträgen in Europa teilweise fast schon eine Zumutung darstellen muss. Für Letztere lässt sich mit dem Afrika-Cup international gesehen kaum Geld und Prestige erringen. Außerdem müssen diese Topspieler mit der Favoritenrolle umgehen können und nicht selten kommt es vor, dass nach einer Blamage der Mob im eigenen Land schon darauf brennt, die Buden der Profis abzufackeln.

Im Flutlicht: Allerdings. Der eine oder andere afrikanische Nationalspieler ist aus solchen Gründen schon zurückgetreten. Als nächstes würde ich dich bitten, einen Vergleich anzustellen: worin siehst du die größten Unterschiede zwischen dem Afrika-Cup und anderen großen internationalen Fußballturnieren wie z.B. Welt- oder Europameisterschaften?

Lorenz: Sepp Blatters „Fußball-Disneyland“ lässt sich in Afrika nicht so einfach implementieren. Dort läuft alles unorganisierter, spontaner und chaotischer ab. Diese glatte und durschaubare Kunstwelt bei WM oder EM, die nur der Verkleidung von Kommerz dient, passt ganz einfach nicht zum afrikanischen Kontinent. Man darf nicht vergessen, dass der afrikanische Markt natürlich viel unattraktiver für Sponsoren ist. Desweiteren ist für mich der Fußball einfach auch irgendwie archaisch, unorganisiert, verroht, spontan, schmutzig und emotional, ganz einfach gesagt außeralltäglich. Diese künstliche Begeisterung und auch diese Wiederbelebung des deutschen Nationalstolzes bei internationalen Turnieren stoßen mich zunehmend ab. Auch sind die Spiele, abgesehen von der Taktik, meist recht langweilig und von der Fankultur, der jegliche Authentizität abgeht möchte ich gar nicht erst sprechen. Wer taktische und spielerische Meisterleistungen will muss Champions League schauen. Beim Länderfußball, vor allem in Afrika stehen für mich ganz einfach Spannung, Emotionen und Spaß im Vordergrund. Party und Tanz sich wichtiger als 4-4-2 oder 4-3-3. Und genau diese Einstellung findet man in Afrika einfach noch.

Im Flutlicht: Dacrazy-fans alles spricht auf alle Fälle für den Afrika-Cup als buntes Turnier voller Emotionen. Aber was spricht aus deiner Sicht dafür, dass der Afrika-Cup im Gegensatz zu anderen internationalen Turnieren alle zwei anstatt vier Jahre ausgetragen wird?

Lorenz: Mir persönlich als Afrika-Cup Liebhaber kommt es natürlich entgegen, dass das Turnier inflationär ausgetragen wird. Gleichzeitig wird diese Praxis kaum dazu beitragen, die Popularität und Außergewöhnlichkeit außerhalb Afrikas zu steigern. Als Vergleich: Wer nimmt denn schon Notiz von den inflationär stattfindenden Handballturnieren? Insgesamt finde ich das aber gar nicht negativ, weil so der Charakter des Afrika-Cups erhalten bleiben könnte.

Im Flutlicht: Findest du es denn auch sinnvoll, dass der Afrika-Cup in den Monaten Januar und Februar, also inmitten der Saison in Europa ausgetragen wird?

Lorenz: Für das Niveau ist das sicher nicht gerade zuträglich. Einerseits leidet die ohnehin zu kurze Vorbereitungszeit der Mannschaften da noch zusätzlich darunter. Und andererseits bleiben oftmals Profis, die in Europa spielen, deswegen dem Turnier fern. Insgesamt ist der Zeitpunkt, zu dem das Turnier stattfindet, weder für das Turnier, noch für die Klubs in Europa von Vorteil.

Im Flutlicht: Obwohl der Afrika-Cup bereits letztes Jahr stattgefunden hat, wird das Turnier dieses Jahr schon wieder ausgetragen, weil der Afrika-Cup in Zukunft immer in ungeraden Jahren, also zwischen Welt- und Europameisterschaften stattfinden soll. Was ist deine Meinung dazu?

Lorenz: Ich finde, dass der Afrika-Cup seinen eigenen Platz im Weltfußball verdient, was sich auch terminlich äußern sollte. Außerdem ist der Afrika-Cup somit nicht mehr nur eine Art Warm-Up für die WM und hat jetzt seinen eigenen Platz im Terminkalender, wie andere Kontinentalturniere auch.

Im Flutlicht: Südafrika, bereits Gastgeber der WM 2010, springt für das krisengeschüttelte Libyen als Ausrichter ein. Inwiefern werden sich diese beiden Turniere, also die WM 2010 und der diesjährige Afrika-Cup am meisten unterscheiden?

Lorenz: Die WM vor fast drei Jahren hat mir nicht gefallen. Man hatte einfach das Gefühl, dass sich Blatter damit nur die afrikanischen Stimmen für seine Wiederwahl sichern wollte. Vom bevorstehenden Afrika-Cup erhoffe ich mir erneut die bereits beschriebenen Charakteristika und denke, dass das Turnier spannender wird als jenes 2010. Eigentlich wünsche ich mir, dass alles mehr oder weniger so bleibt, wie es ist. Bloß nicht mehr Zuschauer in Europa und China bitte!

Im Flutlicht: Nun zum Sportlichen: wie schätzt du die fußballerische Entwicklung afrikanischer Teams ein?

Lorenz: Um hier wirklich eine fundierte Aussage zu treffen, bin ich nicht qualifiziert genug. Ich freue mich natürlich, viele afrikanische Talente in Europa bestaunen zu können, allerdings hängt der afrikanische Fußball meiner Meinung nach einfach zu sehr am europäischen Tropf. Dass es aber auch ganz ohne Profis aus Europa geht, hat Sambia letztes Jahr eindrucksvoll bewiesen. Vielleicht macht das den afrikanischen Fußball in Zukunft auch selbstbewusster. Allerdings denke ich, dass Afrika höchstens gerade so Schritt halten kann, wie man am Abschneiden bei der WM sieht. Ghana bei der letzten WM sehe ich da als Ausnahme und die Elfenbeinküste, eine der stärksten Mannschaften Afrikas, blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. Zudem sehe ich das Problem, dass der Klubfußball in Afrika, wie ich finde, immer noch unterentwickelt ist

Im Flutlicht: Wer sind denn für dich die Favoriten der diesjährigen Auflage?drogba-held

Lorenz: Standardmäßig ist hier auf jeden Fall die Elfenbeinküste zu nennen. Für mich eines der besten Teams weltweit, nicht nur in Afrika. Die Mannschaft ist top besetzt und hätte es sich auch verdient nach dem Drama letztes Jahr endlich den ersten Titel seit 1992 einzufahren. Mein Geheimtipp ist Ghana und ich hoffe, dass vielleicht eine der arg gebeutelten nordafrikanischen Nationen für eine Überraschung sorgen kann. Außerdem glaube ich, dass die durch die WM geschaffenen besseren Bedingungen in Südafrika aber insgesamt den Favoriten entgegen kommen. Die fast schon europäischen Standards dort werden dafür sorgen, dass es wohl dieses Jahr keinen Wasserschlachten wie letztes Jahr im Gabun und Äquatorialguinea geben wird.

Im Flutlicht: Was traust du dem Titelverteidiger aus Sambia zu?

Lorenz: So sehr mich Sambia letztes Jahr auch begeistert hat, erinnert mich das ganze doch sehr an Griechenland bei der EM 2004. Das Team kann mit der Rolle des Underdogs viel besser umgehen, als mit der des Titelverteidigers. Ich denke, dass ein Erfolg nicht wiederholbar ist, da sie mit dem Druck wohl nicht so gut zurecht kommen werden. Aber je länger man die hübschen sambischen Trikots im Turnierverlauf sieht, desto besser. Ich habe Samia in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren und bin selber gespannt, ob und wie die gelungene Arbeit mit Talenten und Außenseitern fortgeführt wurde. Die Hoffnung auf eine weitere Überraschung besteht natürlich und man weiß schließlich nie, was beim Afrika-Cup so alles passieren kann.

Im Flutlicht: Könntest du dir vorstellen, den Afrika-Cup eines Tages live mitzuerleben.

Lorenz: Das wäre ein absoluter Traum, den ich vielleicht mal verwirklichen werde, wenn das Turnier mal wieder nach Nordafrika kommt. Dafür würde ich auch einiges in Kauf nehmen, denn diese Stimmung vor Ort mitzuerleben wäre mit Sicherheit sensationell.

Im Flutlicht: Angenommen, du würdest für ein Turnier deiner Wahl Freikarten bekommen. Für welches würdest du dich entscheiden? WM, EM, Afrika-Cup oder vielleicht doch Copa America?

Lorenz: Ganz klar Afrika oder Südamerika, weil die anderen beiden Turniere gewinnt eh Spanien und Hauptsache keine deutschen Chauvinisten. Zudem sind mir WM und EM zu kommerziell. Afrika-Cup und Copa America wären ganz einfach aufregender, es herrscht dort eine bessere Stimmung und bei WM und EM macht es für mich eh keinen Unterschied, ob live vor Ort oder im Fernsehen.

Im Flutlicht: Abschließend noch eine Frage: wer ist dein Lieblingsspieler und welches dein Lieblingsteam aus Afrika?

Lorenz: Es gibt viele Spieler, die mir sehr gut gefallen. Der Ex-Bielefelder Chris Katongo ist natürlich seit dem letzten Jahr eine Legende. Eboue von der Elfenbeinküste, der aktuell bei Galatasaray unter Vertrag steht, finde ich auch Klasse, wie allgemein die afrikanischen Legionäre, die in der Premier League spielen, besonders die Jungs von Arsenal. Lieblingsteam sind ganz klar, die Black Stars aus Ghana, denen ich auch dieses Jahr wieder die Daumen drücken werde.

Im Flutlicht: Recht herzlichen Dank für deine interessanten Ausführungen!

Hier noch ein absolut sehenswertes Video mit den legendärsten Szenen des Afrika-Cups 2012:

http://www.youtube.com/watch?v=Ji4DWBrYRh4

Endlich wieder Afrika-Cup!

Diese Woche dreht sich hier Im Flutlicht alles um den Afrika-Cup. Wen interessiert’s da schon, dass am kommenden Wochenende auchkatongo cup2 die Bundesliga in die Rückrunde startet?! Freut euch auf eine Liebeserklärung an den Afrika-Cup, unnützes Wissen über das Turnier uvm. Außerdem geht Ende der Woche die Rubrik „Zweikampf“ in die erste Runde. Dabei steht euch ein Liebhaber des Afrika-Cup Rede und Antwort rund um das fußballerische Großereignis auf dem schwarzen Kontinent.
Reinschauen lohnt sich!

 

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