Unterhaltung vom feinsten!

Der Afrika-Cup 2013 machte seinem Ruf alle Ehre: Traumtore, Patzer und Showeinlagen en masse. Im Flutlicht lässt die schönsten, lustigsten und denkwürdigsten Momente des Turniers Revue passieren.

Der Auftakt des diesjährigen Afrika-Cups ließ nichts Gutes erhoffen, denn am Anfang stand die Null. Gastgeber Südafrika mühte sich zu einem torlosen Unentschieden gegen den Neuling von den Kap Verden und im Spiel zwischen Angola und Marokko fielen auch keine Tore. Gleich zu Beginn des Turniers die volle Dröhnung für all diejenigen, die es kaum mehr erwarten konnten, sich auf Eurosport endlich wieder Leckerbissen wie Burkina Faso gegen Äthiopien in voller Länge reinzuziehen. Auch wenn die ganz großen Schützenfeste im späteren Turnierverlauf ausblieben, so hatte der diesjährige Afrika-Cup dennoch das ein oder andere unvergessliche Schmankerl zu bieten.

Kidiaba-Style

Dieumerci Mbokani erzielte per Elfmeter den Ausgleichstreffer im Spiel zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ghana. So weit, so unspektakulär. Doch einen auf dem Platz freute dieser Treffer ganz besonders: Kongos Torhüter Robert Muteba Kidiaba. Um seiner Freude Ausdruck zu verleihen, packte er einen ganz besonderen Tanz aus, der sicherlich bald die nächste Revolution auf den Tanzflächen hierzulande anzetteln wird. Da kann der Gangnam-Style mal schön einpacken. Ein Schelm, wer denkt, dass Kidiaba sich diesen unvergleichlichen Move nur ausdachte, um auf den Einkaufszettel europäischer Spitzenklubs zu kommen.

Kongo-Keeper Kidiaba Torjubel

 

Mit Äthiopiern ist nicht zu spaßen

Der Titelverteidiger Sambia bekam es in seinem Auftaktspiel mit dem vermeintlich leichten Gegner Äthiopien zu tun. Ein Pflichtsieg für die „Chipolopolo“. Eigentlich. Das Spiel endete 1:1 unentschieden, doch die wahrlich großen Momente dieses Spiels waren nicht die Tore. Im Blickpunkt des Spiels stand der äthiopische Keeper Jemal Tassew, der einen herannahenden Stürmer Sambias außerhalb des Strafraums so heftig niederstreckte, dass er die rote Karte nur noch von der Trage aus in Empfang nehmen konnte. Bruce Lee und Nigel de Jong wären stolz auf ihn gewesen. Außerdem sehenswert: der sambische Gebetskreis vor dem äthiopischen Block nach dem Führungstreffer. Die Anhänger Äthiopiens fanden das allerdings nicht so lustig und setzten die nervtötenden Vuvuzelas als Wurfgeschosse ein, um den Torjubel der Sambier jäh zu unterbrechen.

Zusammenfassung: Sambia-Äthiopien

Torjubel Sambia

 

Die Uhren ticken anders

Ein weiteres Highlight des Turniers war im Spiel Togo gegen Algerien zu bestaunen. Nachdem ein algerischer Stürmer eine Flanke unterlaufen hatte, hoffte er darauf, dass ihn das Tornetz sanft auffangen würde. Doch falsch gedacht. Das Tor brach unter der schweren Last zusammen und konnte erst mit vereinten Kräften wieder aufgestellt werden, was mal eben ganze fünf Minuten dauerte. Warum der Schiedsrichter jedoch geschlagene dreizehn Minuten nachspielen ließ, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.

Togo-Algerien: Tor Adebayor, kaputtes Tor und 13 Minuten Nachspielzeit

Togo-Algerien: Tor bricht zusammen

 

Tunesisches Traumtor

Youssef Msakni war der Spieler des Tages in der Partie zwischen Tunesien und Algerien. Mit einem sehenswerten Fernschuss erzielte er in der Nachspielzeit den Siegtreffer für seine Tunesier. Wohl eines der schönsten Tore der diesjährigen Auflage des Afrika-Cups. Einfach nur genießen!

Traumtor Youssef Msakni

 

Fußballübertragung der Extraklasse

Ein weiteres Spektakel bot das Halbfinale zwischen dem Favoriten Ghana und dem Außenseiter Burkina Faso. Beide Mannschaften boten unter widrigen äußeren Umständen ein recht gutes Spiel. Denn der Rasen war nicht wie anfangs gedacht in schlechtem Zustand, er war in ganz und gar katastrophalem Zustand. Der Kommentator klärte die Zuschauer nämlich wenig später auf, dass der Rasen infolge starker Regenfälle nun von einem Pilz befallen worden sei. Prost, Mahlzeit! Anfangs noch von Hobbymeteorologen in unserem erlesenen Zuschauerkreis als Schnee deklariert, flogen zudem in Scharen mutierte Motten über das Spielfeld, was auch dem aufmerksamen Zuschauer zuhause nicht entging, da sich mehrmals während der Übertragung eines dieser Ungetüme direkt vor der Kamera niederließ.
Außerdem erwähnenswert: der Kommentator dieses Spiels, der sich ein ums andere Mal als Fan der Burkinabe äußerte. Endlich Schluss mit dieser Pseudo-Unparteilichkeit bei Fußballübertragungen. Einfach mal Fan sein, Emotionen zeigen und die Objektivität links liegen lassen. Der Afrika-Cup auf Eurosport macht’s möglich! Spätestens als der Schiedsrichter durch eine skandalöse Fehlentscheidung den Ex-Freiburger Jonathan Pitroipa vom Platz stellte, anstatt Elfmeter für Burkina Faso zu geben, wurde auch dem Letzten vor dem Bildschirm klar, für wen das Herz des Kommentators schlug. Er bezeichnete den Unparteiischen fortan abfällig als „komischen Tunesier“ und wertete dessen Entscheidung in bestem Marcel-Reif-Kommentatorendeutsch als „hanebüchen“.

Last but not least reihte sich Aristide Bancé während des Elfmeterschießens in die Riege der ganz großen Schützen ein. Er machte den Panenka, bzw. seit letztem Sommer würden man auch sagen den Pirlo. Dass jemand wie Aristide Bancé in so einer Situation so etwas macht, verwundert kaum. Wohl ihm, dass er getroffen hat, denn sein Haus würde jetzt sonst wohl nicht mehr stehen.

Zusammenfassung: Burkina Faso-Ghana

Ghana-Keeper feiert seien Parade!

 

Pack den Hammer aus!

Im Viertelfinale erzielte der Nigerianer Emmanuel Emenike, seines Zeichens Stürmer bei Spartak Moskau, einen sehenswerten Freistoßtreffer gegen die Elfenbeinküste um Topstar Didier Drogba. Zugegebenermaßen, ganz unhaltbar war der nicht. Aber für die Ivorer reichte es – mal wieder – nicht für den Titel. Der ganz große Wurf scheint dieser goldenen Generation der Elfenbeinküste wohl verwehrt zu bleiben. Es ist zumindest fraglich, ob Drogba beim Afrika-Cup 2015 in Marokko nochmal mit von der Partie sein wird.

Emenike Freistoßtor

Sunday Mbas Solo zum Siegtor gegen die Elfenbeinküste

 

Sepp Blatter, Mba Traumtor

Im Finale waren die Rollen, ähnlich wie schon im Vorjahr, klar verteilt: Nigeria war ganz klarer Favorit gegen den Außenseiter aus Burkina Faso. Vor Beginn des Spiels erwiesen Sepp Blatter und zahlreiche andere Funktionäre bzw. Verbands- und Staatspräsidenten den Spielern und Trainern die ganz große Ehre und schüttelten jedem, selbst dem Physiotherapeuten auf der Ersatzbank, höchstpersönlich die Hand. Auch so etwas gibt es wohl nur beim Afrika-Cup. Während des Spiels boten beide Mannschaften weitestgehend magere Kost, lediglich Aussetzer der Abwehrreihen sorgten für die eine oder andere Chance. Sunday Mba erzielte das Tor des Tages und bescherte Nigeria zum dritten Mal den Titel beim Afrika-Cup. Die Burkinabe hatten dem nur wenig entgegen zu setzen und somit blieb die Sensation im Gegensatz zum Vorjahr aus. Alles in allem ein Afrika-Cup, der uns nicht enttäuschte und an den sich auch mit Sicherheit noch unsere Kinder erinnern werden.

Zusammenfassung: Nigeria-Burkina Faso

Zusammenfassung Finale Afrika-Cup 2013